29.04.2010

Psephos-Umfrage: Das Rennen ist offen

Eine Psephos-Umfrage im Auftrag des Hamburger Abendblatts hat folgendes Ergebnis erbracht:

  • 25% der Befragten wollen bei der Volksabstimmung für die Schulreform stimmen,
  • 30% wollen dagegen stimmen,
  • 45% wollen gar nicht abstimmen oder wissen noch nicht, wie sie abstimmen werden.

Ein Zusammenhang zwischen dem Bildungsgrad der Befragten und ihrer Haltung zur Schulreform ist nicht zu erkennen. Dass GAL-Anhänger eher für und CDU-Anhänger eher gegen die Reform sind, war zu erwarten. Auffällig ist aber die Altersverteilung: Bis 34 Jahre überwiegt die Zustimmung, ab 35 die Ablehnung. Mit zunehmenden Alter steigt auch der Anteil derer, die sich nicht entscheiden können oder wollen. Alle Zahlen hier.

Für die Befürworter der Schulreform wird es also in den nächsten drei Monaten darauf ankommen, die große Zahl der Unentschiedenen oder Uninteressierten zu informieren und zu motivieren. An vielen Hamburger Schulen finden deshalb in der nächsten Zeit Informationsveranstaltungen statt. Auch der Elternrat der Julius-Leber-Schule wird Anfang Juni zu einem Diskussionsabend einladen.

14.04.2010

Gegenvorschlag für den Volksentscheid

Die Hamburger stimmen am 18. Juli über die Schulreform ab. Die Bürgerschaft hat sich auf einen Gegenvorschlag verständigt.

Die Hamburger Bürgerschaft hat sich für den Volksentscheid zur Primarschule auf einen Gegenvorschlag zur Initiative "Wir wollen lernen" verständigt. Nach Angaben der Bürgerschaftskanzlei vom 14.03.10 können die Hamburger damit am 18. Juli nicht nur entscheiden, ob sie für oder gegen die Vorlage der Volksinitiative sind. Sie können sich auch für oder gegen den Aufruf der Bürgerschaft aussprechen.

Nach einer gemeinsamen Sitzung von Vertretern aller Fraktionen bei Bürgerschaftspräsident Lutz Mohaupt lautet der Vorschlag von CDU, GAL, SPD und Linken: "Ich bin für eine bessere Schule in Hamburg, die gerechter und leistungsfähiger ist. Ich unterstütze das längere gemeinsame Lernen in der Primarschule und das Elternwahlrecht nach Klasse 6. Ich unterstütze die einstimmige Entscheidung der Bürgerschaft vom 3. März 2010." Der Text soll am 5. Mai in der Bürgerschaft endgültig verabschiedet werden.

Quelle: Hamburger Abendblatt vom 14.03.2010

21.03.2010

Volksentscheid am 18. Juli

Am 18. März hat die Initiative "Wir wollen lernen" beantragt, dass am Sonntag, dem 18. Juli, ein Volksentscheid stattfindet.

Entschieden werden soll über folgenden Text: "Ich fordere die Bürgerschaft und den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg auf, eine Ausgliederung der Klassen 5 und 6 aus den Gymnasien und anderen weiterführenden Schulen und deren Anbindung an die Grundschulen als 'Primarschulen' zu unterlassen. Denn ich bin dafür, dass die Hamburger Gymnasien und weiterführendenSchulen in der bisherigen Form, d. h. beginnend mit der Unterstufe ab Klasse 5, erhalten bleiben und die Eltern auch in Zukunft das Recht behalten, die Schulform für ihre Kinder nach der Klasse 4 zu wählen. Ich fordere deshalb Senat und Bürgerschaft auf, das Zwölfte Gesetz zurÄnderung des Hamburgischen Schulgesetzes vom 20. Oktober 2009 (HmbGVBl. S. 373) zu diesen beiden Punkten unverzüglich rückgängig zu machen."

Wer gegen die Schulreform ist, muss also mit JA, wer für die Primarschule ist, mit NEIN stimmen.

Der 18. Juli liegt in der zweiten Woche der Schulferien. Daher werden sich viele Hamburger für die Briefwahl entscheiden. Die Unterlagen werden ab 25. Mai versandt.

Wenn die einfache Mehrheit der Abstimmenden gegen die Schulreform stimmt, bleibt es bei der vierjährigen Grundschule, allerdings nur, wenn die Zahl der Reformgegner mindestens einem Fünftel der Wahlberechtigten (etwa 240.000) entspricht.

20.03.2010

Unterschriftensammlung für die Schulreform

Die Initiative "Chancen für alle" hat eine Unterstützer-Liste ins Internet gestellt, bei der jeder unterschreiben kann, der für die Schulreform ist (wahlweise auch mit Kommentar und/oder Foto). Bitte hier klicken.

19.03.2010

ER Gymnasium Klosterschule für die Schulreform

Der Elternrat des Gymnasiums Klosterschule hat sich für die Einführung von Primarschulen ausgesprochen. Er hält die Hamburger Schulreform für notwendig, "um die Chancenungleichheit der Hamburger Schüler zu verringern" und "noch ausreichend viele qualifizierte Schüler auf eine immer anspruchsvollere Arbeitswelt vorzubereiten". Weil "die Initiative 'Wir wollen lernen' bei den bisherigen Verhandlungen mit den Koalitionsparteien des Senats stark überrepräsentiert war und die anderen betroffenen Gruppen der Schüler, Lehrer, Schulleitungen und viele anders motivierte Eltern dabei gar nicht mehr zum Zuge kamen", befürwortet er den Volksentscheid. "Diese Reform ist überfällig und ohne ernst zu nehmende Alternative!" Vollständiger Text hier.

09.03.2010

ER Altonaer Straße: JA zur Schulreform - NEIN zu WWL

Der Elternrat der Schule Altonaer Straße hat für die Hamburger Schulreform und gegen die Initiative "Wir wollen lernen" Stellung genommen: "Wir sind überzeugt, dass die Kinder in unserer Gesellschaft optimal gefördert und gefordert werden sollen. Dies kann durch die geplante Schulreform besser erreicht werden als mit dem bisherigen System. (...) Die Reformgegner wollen die geplante sechsjährige Primarschule verhindern. Sie übersehen dabei, dass das bisherige Schulsystem mit der Trennung der Kinder nach Klasse 4 dazu beiträgt, dass in allen deutschen Großstädten 30 % der Jugendlichen für eine berufliche Ausbildung nicht ausreichend qualifiziert sind und so dauerhaft ausgegliedert werden." Mehr Informationen hier.

07.03.2010

Elternkammer: Elternwahlrecht ist problematisch

Die Elternkammer hat zu dem am vergangenen Mittwoch beschlossenen Elternwahlrecht nach Klasse 6 Stellung genommen. Sie weist auf die mit Probejahr und Abschulung verbundenen Probleme für die Gymnasien, die Stadtteilschulen und vor allem die Schülerinnen und Schüler hin. Sie fordert die Behörde auf, den negativen Auswirkungen des neuen Elternwahlrechts vorzubeugen - z.B. durch ein valides Verfahren für die Lernstandserhebung am Ende der Primarschulzeit. Vollständiger Text hier.

11:1 für die Primarschule

Nachdem wir bisher 11 Elternratsstellungnahmen für die Schulreform veröffentlicht haben (dazu eine Reihe befürwortender Stellungnahmen von Elternkammer und Initiativen), hat uns nun zum ersten Mal eine Elternratsstellungnahme gegen die Schulreform erreicht - Schulform: Gymnasium, Stadtteil: Volksdorf ... Wenn es bei dieser Gewichtsverteilung bleibt, hat die Primarschule bei der Volksabstimmung im Sommer gute Chancen.

ER Gymnasium Buckhorn gegen Schulreform

Der Elternrat des Gymnasiums Buckhorn hat sich dafür ausgesprochen, dass sich die Gegner der Schulreform am bevorstehenden Volksentscheid beteiligen. Näheres hier.

04.03.2010

Probejahr für alle GymnasialschülerInnen

Über das Elternwahlrecht, das gestern von der Bürgerschaft beschlossen worden ist, kann man in den Medien Unterschiedliches lesen und hören.

Version 1: Für Kinder, die ohne Gymnasialempfehlung aufs Gymnasium geschickt werden, gilt die 7. Klasse als Probejahr.

Version 2: Für alle GymnasiastInnen gilt die 7. Klasse als Probejahr.

Ein Blick in Drucksache 19/5500 der Hamburgischen Bürgerschaft ("Gesetz zur Änderung des Hamburgischen Schulgesetzes") schafft Klarheit - Version 2 ist richtig: "Am Ende der 7. Klasse des Gymnasiums soll dann – entsprechend der bisherigen Praxis am Ende der 6. Klasse – die Zeugniskonferenz über den Verbleib auf dem Gymnasium entscheiden. Die Entscheidung erfolgt ohne Unterschied zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Gymnasialempfehlung." Vollständiger Gesetzestext hier.